Aktuelles
Umfrage: Soziale Angebote gefährdet

06.03.2026
Eine aktuelle Umfrage der Wohlfahrtsverbände zeigt: Finanzielle Engpässe gefährden soziale Angebote, freiwilliges Engagement und den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Viele Einrichtungen mussten Leistungen bereits einschränken – eine stabile Finanzierung wird dringend benötigt.
Steigende Kosten und gekürzte Mittel führen dazu, dass soziale Angebote eingeschränkt oder vollständig eingestellt werden müssen – mit erheblichen Auswirkungen auf Menschen in schwierigen Lebenslagen und auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Mehr als 80 Prozent der befragten Einrichtungen erwarten, dass sie künftig Leistungen reduzieren müssen. Rund 28 Prozent gehen sogar davon aus, dass Angebote vollständig wegfallen könnten.
Auch regional zeigt sich ein alarmierendes Bild: Über 60 Prozent der Einrichtungen bewerten die soziale Versorgung in ihrer Region als unzureichend. Dies betrifft sowohl niedrigschwellige Unterstützungsangebote als auch spezialisierte Dienste, die für die Bewältigung sozialer Herausforderungen unverzichtbar sind.
Besonders gravierend ist, dass mit dem Wegfall von Angeboten auch das freiwillige Engagement gefährdet ist. Mehr als zwei Drittel der Befragten rechnen damit, dass sinkende Angebotsstrukturen auch weniger Möglichkeiten für ehrenamtliches Engagement bedeuten.
Ohne stabile soziale Infrastruktur verlieren nicht nur Menschen in belastenden Situationen wichtige Anlaufstellen, sondern auch Orte, an denen Solidarität, Vertrauen und gesellschaftliche Teilhabe entstehen. Bei der Vorbereitung und Umsetzung der Kommunal-, Landes- und dem Bundeshauhalt muss daher die Absicherung sozialer Dienste Priorität haben.
Die gesamte Auswertung der Umfrage finden Sie unter
https://www.der-paritaetische.de/alle-meldungen/umfrage-soziale-angebote-gefaehrdet
Wechsel der Geschäftsführung in der Kreisgruppe Heinsberg

Herzlich Willkommen!
Zum 1. Februar 2026 hat Lea Maria Scholtes die Geschäftsführung für die Kreisgruppe Heinsberg übernommen mit dem klaren Ziel, die soziale Arbeit in der Region zu stärken und die Werte des Verbandes mit Leben zu füllen.
Lea Maria Scholtes ist beim Paritätischen keine Unbekannte. Zuvor war sie als Koordinatorin für Sozialpolitik in Aachen tätig und bringt eine langjährige und vielfältige Erfahrung aus der Arbeit und dem Ehrenamt in Sozialverbänden mit. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte liegen seit jeher in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie im Kinderschutz. Ihre Expertise als ausgebildete Supervisorin und Organisationsberaterin, insbesondere für Schutzkonzepte, hat ihren Blick dafür geschärft, wie wichtig stabile Strukturen und eine klare Haltung für eine erfolgreiche soziale Arbeit sind.
Die zentralen Werte des Paritätischen, Vielfalt, Offenheit und Toleranz, sind nicht nur Leitlinien, sondern der Kern des gemeinsamen Engagements. Das Ziel von Lea Maria Scholtes für den Kreis Düren ist es, gemeinsam mit den Mitgliedsorganisationen, Ehrenamtlichen und Partner*innen eine starke und sichtbare soziale Landschaft zu gestalten. Sie wird sich mit Nachdruck für eine verlässliche Finanzierung der sozialen Arbeit einsetzen und die solidarischen Interessen in Zusammenarbeit mit dem Vorstand und den Mitgliedsorganisationen politisch vertreten.
Sie freut sich auf die kommenden Begegnungen und den Austausch mit Ihnen!
Spende der Sparkasse in Heinsberg überreicht - herzlichen Dank!

Die Kreissparkasse Heinsberg hat am 05.09.2025 ihre jährlichen Spendenschecks an die Wohlfahrtsverbände im Kreis Heinsberg sowie die Schuldnerberatung überreicht. Insgesamt stellte das Kreditinstitut in diesem Jahr über 640.000 Euro zur Verfügung. Der Paritätische Heinsberg ist gemeinsam mit den anderen Wohlfahrtsverbänden Träger des Selbsthilfe- und Freiwilligenzentrums (SFZ). Die Übergabe fand im Kleinen Sitzungssaal des Kreishauses in Heinsberg statt. Anwesende waren die Repräsentant*innen der Sparkasse, sowie Manuela Aye und weitere Vertreter*innen der Wohlfahrtsverbände und der Schuldnerberatung.
Für eine offene und aktive Zivilgesellschaft

Der Paritätische Gesamtverband hat eine Handreichung mit dem Titel „Rechtliche Rahmenbedingungen der politischen Betätigung von gemeinnützigen Organisationen“ veröffentlicht. Die Kleine Anfrage der CDU/CSU zur „Politischen Neutralität staatlich geförderter Organisationen“ im Deutschen Bundestag stellt das verdienstvolle Engagement von zivilgesellschaftlichen Organisationen pauschal unter Verdacht und fördert Misstrauen gegenüber der gesamten Zivilgesellschaft. Der Paritätische NRW mit seinen 3.100 Mitgliedsorganisationen aus allen Bereichen der sozialen Arbeit kritisiert die parteipolitische Einflussnahme auf zivilgesellschaftliches Engagement und erklärt seine Solidarität mit den betroffenen Organisationen.
Die Kleine Anfrage der CDU/CSU ist kein Einzelfall. In den Parlamenten von Bund und Ländern gibt es vermehrt Anfragen verschiedener Parteien, die nicht auf eine sachliche Bewertung zielen, sondern auf Einschüchterung und das Schüren von Angst und Unsicherheit. Diese Tendenzen sind auch in NRW zu beobachten, wo die Landtagsfraktion der FDP eine Kleine Anfrage zur finanziellen Förderung politisch aktiver sogenannter Nichtregierungsorganisationen (NGOs) durch die Landesregierung gestellt hat.
Eine offene Gesellschaft wird durch das Engagement ihrer Unterstützer*innen getragen und bereichert. Der Paritätische NRW bleibt entschlossen, alles zu unternehmen, um dieses Engagement gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen zu fördern und zu stärken.
Menschenfeindliche und rechtsextreme Positionen sowie Organisationen sind unvereinbar mit dem Paritätischen NRW
Der Paritätische NRW bekräftigt seine Position als Teil der zivilgesellschaftlichen Brandmauer gegen Rechtsextremismus. Er steht fest zu seinen Grundsätzen der Toleranz, Offenheit und Vielfalt und lehnt jegliche Form von Diskriminierung, Rassismus und Menschenfeindlichkeit ab. Die Zusammenarbeit mit rechtsextremen, demokratie- und verfassungsfeindlichen Organisationen und Parteien ist unvereinbar mit den Werten des Paritätischen NRW. Einen entsprechenden Beschluss hat der Aufsichtsrat des Verbandes im Februar 2025 verabschiedet. Der Unvereinbarkeitsbeschluss steht hier zum Lesen und als Download bereit.
Zusammen für Demokratie: #DuEntscheidest

Wir haben die Wahl, in welche Richtung sich unser Land entwickelt. Ab Februar 2025 zeigen wir auf Bannern, Poster und Social Media überall in Deutschland: Wir wollen eine Gesellschaft, in der Menschenrechte für alle gelten und niemand zurückgelassen wird.
Ein breites gesellschaftliches Bündnis, zu dem auch der Paritätische Gesamtverband gehört, startet die Kampagne Zusammen für Demokratie.
In ganz Deutschland werden ab heute an Kirchen und Gewerkschaftshäusern, Vereinsgebäuden, sozialen Einrichtungen und vielen weiteren Orten Banner und Plakate aufgehängt. Mit der Kampagne #DuEntscheidest wirbt ein breites gesellschaftliches Bündnis aus 69 Organisationen mit vier klaren Botschaften für demokratische Werte und gesellschaftlichen Zusammenhalt:
- „Das Recht des Stärkeren schwächt alle anderen. Wir wollen solidarisch zusammenleben.“
- „Menschenrechte gelten für alle Menschen. Wir wollen ein Land, das niemanden im Stich lässt.“
- „Rassismus ist keine Meinung. Wir wollen Vielfalt leben.“
- „Eine gerechte Gesellschaft ist eine Aufgabe, kein Traum. Wir wollen Veränderungen gemeinsam gestalten.“
Weiteres auf der Bündnisseite Zusammen für Demokratie
Zwischenruf zu einer besonnenen und evidenzbasierten Debatte über Flucht, Migration und Integration

Als Zwischenruf zu einer besonnenen und evidenzbasierten Debatte über Flucht, Migration und Integration haben die Verbände der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege (BAG FW) 10 Handlungsmaxime aufgestellt.
Die Menschen in den Mittelpunkt stellen
Migration ist nicht immer Ergebnis einer selbstbestimmten Entscheidung, sondern häufig durch große Not verursacht. Sie bedeutet meist, viel im Herkunftsland zurückzulassen. Die Chancen von Migrant:innen auf Teilhabe in Deutschland unterscheiden sich erheblich. Umso wichtiger ist es, die Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Ankommen und gesellschaftliche Teilhabe für alle schnell möglich sind. Administrative Hürden sollten so gering wie möglich gehalten werden.
Humanität wahren
Wer in Deutschland Schutz sucht, muss menschenwürdig behandelt werden und wer einen Schutzanspruch geltend macht, ein faires Verfahren erhalten. Die Debatte fokussiert aktuell auf Kontrolle, Abschreckung und Restriktionen wie Zugangsbeschränkungen und haftähnliche Zustände. Diese Maßnahmen gefährden humanitäre Mindeststandards und damit unsere offene Gesellschaft. (Migrations-)politische Erwägungen finden ihre Grenzen an der unantastbaren Menschenwürde.